Linksbums:

Uli Hannemann hat aufgedeckt, dass selbst Hitler Katzenkrimis schrieb:

„Die Figur des Thor Schnurre scheitert bereits in ihrer Grundanlage“, schrieb der Lektor damals. „Ein Kater, der das Revier einer herbeihalluzinierten Rasse namens ’Deutsch Kurzhaar‘ krampfhaft erweitern will und deswegen seinen Fressnapf gen Osten verschiebt, taugt vielleicht als Schurke, aber niemals als liebenswerte Identifikationsfigur. Zumal die Vorstellung einer felinen Superrasse biologisch unhaltbar ist.“

Tim Sniffen schreibt eine entzückende Romanze aus dem (Live-)Rollenspiel-Milieu:

Climbing into the bedroom, we found the trail had gone cold. You looked so lost, staring out the window; I couldn’t help but put my arms around you. You confessed that the murdered Admiral had been your secret father. I swore to see justice done.

Der 600. Postillon-Newsticker gibt mir ein Rätsel auf, bis ich das Wortspiel endlich kapiere:

Panisch: Layouter bemerkt fehlendes S auf Wörterbuch erst nach Abgabe

Claudius Seidel verteidigt in der FAZ den Westen mit markigen Worten gegen Putins Russland:

Und so scheint all das Gerede von der tieferen Menschlichkeit und der größeren Kraft und Vitalität, all die Spiritualität, die aber anscheinend von Nächstenliebe so wenig weiß wie von der Barmherzigkeit, nur das Opium zu sein, welches man dem [russischen] Volk verabreicht, dem man keine anständigen Wohnungen bieten kann, keine Rechtssicherheit, keine Aufstiegsperspektive. Und schon gar keine neue, schöne, attraktive Idee, die mit Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit oder dem amerikanischen Traum sich nur halbwegs messen könnte.

Philosoph Byung-Chun Han bringt den Untergang der »Sewol« gegen den Neoliberalismus in Stellung (dito FAZ):

Es ist typisch für die heutige Zeit, dass nicht nur der Kapitän, sondern jeder von uns zunächst an sein eigenes Überleben denkt. Jeder ist heute, so sagt man, Unternehmer seiner selbst. Da ist es beinahe selbstverständlich, dass man zunächst sich selbst rettet und nicht an den anderen denkt. Der Neoliberalismus vereinzelt uns. Jeder agiert allein für sein eigenes Überleben. So gesehen, ist die „Sewol“ ein Mikrokosmos der neoliberalen Gesellschaft.

Der Guardian hatte nicht viel Freude an Ricky (»The Office«) Gervais‘ zweiter »Derek«-Staffel. Die ich mir wohl auch sparen werde.

For me, though, the real weakness of the show is not that it is too cruel but excessively kind and sentimental. Almost every speech and scene emphasises Derek’s unfashionable and uncalculated niceness in a nasty world. And has there ever been a sitcom with so much crying?

Sibylle Berg schreibt ein fieses Stück über Frauen (und Männer) im Mediengeschäft:

Der naheliegende [sic] ist, dass Frauen, Journalistinnen, Schriftstellerinnen das Zeug zu großen, bahnbrechenden Thesenpapieren fehlt. Weil sie immer im Dunkeln an ihrer Enthaarung herumstudieren oder sich von Politikern in den Ausschnitt starren lassen. Vielleicht, weil es Frauen an Mut fehlt, mal so was richtig Gewagtes zu schreiben, ein Gedicht gegen irgendwen, ein Buch gegen Randgruppen, einen Aufsatz gegen die Jugend, mal krass polarisieren, das liegt den Frauen nicht. […] Es könnte natürlich auch sein, dass Frauen sehr wohl Texte schreiben, die den Anstoß zu einer – wenngleich sinnlosen – Debatte liefern könnten, allein, es interessiert keine Sau. Was daran liegen könnte […] dass sich männliche Journalisten […] selten von Texten weiblicher Schreiberinnen irritieren, ärgern, zum Widerspruch reizen lassen, einfach weil sie sie nicht ernst nehmen.