EXOT in the Mache, 50. Slam et al.

Wir arbeiten gerade mit Hochdruckreinigern an der nächsten EXOT-Ausgabe (#13), die mit einem Cover der wunderbaren Nadine Redlich (links) ausgestattet sein wird. Der Heftinhalt selbst wackelt noch; so viel kann aber schon herausposaunt werden: Den gutgläubigen Leser erwarten erneut 124 Seiten verstörender Stories, satirischer Betrachtungen, tragikomischer Gedichte und tiefgefühlter Aufsätze: Titanic-Autoren zeigen sich von ihrer erzählerischen Seite, Romancier Simon Urban fabuliert über die deutsche Literaturkritik, der Lyriker Hellmuth Opitz widmet sich seinen Haushaltsgeräten, der Helge-Schneider-Experte Harald Mühlbeyer schreibt über Helge Schneider, und die Lesebühnen-Rotzgöre Lea Streisand entführt uns in eine Parallelwelt bizarrer Schönheit: ostdeutsche Mittelaltermärkte. Obendrein wird endlich Schopenhauers „Die Welt als Willy und Vorhautverengung Wille und Vorstellung“ als komischer Klassiker gewürdigt. Und Maxim Biller bekommt sowieso sein Fett weg.
Wer mehr wissen (oder gar vorbestellen) will, wende sich bitte an www.exot-magazin.de.

Ansonsten bereitet Wirag das 50. Jubiläum seines Pforzheimer Poetry Slams vor, bei dem wir 10 renommierte SlammerInnen und einen kleinen Hai erwarten. Und nicht nur den ehrwürdigen “Pforzemer Poetry-Prygl”, sondern auch die “Harfe des heißen Scheisses” und den “Loberkranz [sic] der langen Weile” an besonders verehrte Gäste vergeben. Wer den Weg nicht scheut, uns erfreut.

Dies noch: Just ging bei den Medienobservationen der LMU ein (schon etwas älterer) Aufsatz zum Comiczeichnen online; daher in Kürze wieder einiges aus der Wissenschaft, sitze an zwei-drei Papieren und hoffe, sie beizeiten auch an dieser Stelle herzeigen zu können.

Poetry Slam. Bibliographie

Dringend, so dachte ich, sei es mal wieder Zeit für eine aktuelle Bibliographie (Anthologien, Zeitungsartikel, wissenschaftliche Aufsätze und Monographien; keine Primärarbeiten von Einzelurhebern) zum Thema Poetry Slam und Slam Poetry, die sich gesagt-getan hier als Download für Citavi 3 findet (dort mit Inhaltsverzeichnissen, Abstracts, etwaigen Rezensionsverweisen und brauchbaren Links zum Drauflosforschen).
Zurzeit (07.02.12) sind dort etwa 150 relevante Titel in den mir nachvollziehbaren Sprachen eingepflegt; ich ergänze und räume die Datenbank allerdings in den nächsten Tagen weiter auf.
Solltet jemand die Bibliographie für seine Zwecke in einen aktuelleren, pralleren, fehlerfreieren Zustand pflegen, freue ich mich natürlich über Meldung.

Poetry Slam in Buch & Film

Slam Poetry hat endgültig den Einstieg in den etablierten Buchmarkt geschafft: als Aussage ein performativer Selbstwiderspruch; und trotzdem eine erfreuliche, eine notwendige Mitteilung.
So erscheinen in diesem Jahr die Bücher “Männer-WG mit Trinkzwang” von Karsten Hohage, “Der Klügere gibt Nachhilfe” von Philipp Scharri und “On se left you see se Siegessäule” von Tilman Birr: Pfichtanschaffungen für jeden Freund hochwertigen Bühnenhumors. Ebenfalls vorbestellbar sind Christian Ritters genrereflexive Krimiparodie “Dichter schlachten” und das endgültige Buch zur Kleinkleinstaaterei: “Planet Luxemburg” des geschätzten Kollegen Kirps. Der rührige Lektora-Verlag stellt darüber hinaus ein eigenes Magazin mit Interviews und Hintergrundinformationen zur Verfügung.
Qualitativ ungeschlagen bleiben freilich die Produkte aus dem geschätzten Hause Voland & Quist, so beispielsweise Jaromirs Schwejkiade “Tatar mit Veilchen“; auch ein Blick in den Frühjahrskatalog ist sehr zu empfehlen.
Darüber hinaus erscheint mit “Dichter und Kämpfer” (s.u.) in Kürze der erste deutsche Langfilm über Poetry Slam; Premiere ist am 17. Februar auf der Berlinale.

Britisches Fernseh

Mir ist untergekommen, dass eine Reihe britischer Serien, die ich kenne und schätze, glücklicherweise auch im deutschen Verleih – und damit in deutscher Sprache – zu haben sind. Dem etwas Sprachkundigen rate ich allerdings nach wie vor (auch aus finanziellen Gründen), bei Interesse direkt von der Insel zu bestellen.

Was wir uns kaufen wollen ..

.. sobald es erscheint: Die Taschenbuch-Ausgabe der vollständigen “Mythen des Alltags“; Lisa-Marias Romandebüt “Sommertöchter, später“; Sandro Zanettis “Schreiben als Kulturtechnik“; Daths “Implex” (am besten synoptisch mit Zizeks “Geistern“); Kapielskis “Heizkörperverkleidungen“; Lewitscharoffs Poetikvorlesungen und natürlich Klings “brennendes Archiv“.
Viel Suhrkamp dabei, zum Ausgleich also bitte noch Ella Carinas “Die mit dem Bauch tanzt” vorbestellen (das ganz besonders).

Nachgetragen: Ninas beeindruckendes und jetzt schon preisgekröntes Debüt “Große Ferien” (dessen Entstehung ich teilweise miterleben durfte) und ein neuer Grundlagenband zur Perfomativität von Erika Fischer-Lichte.

Die Kunst der Pointe

Der liebe Kollege Fischer schreibt über die neuen Ausgabe von EXOT und die “Kunst der Pointe“. Wir danken!

Vielmehr ist der Exot ein Buch, eine vollwertige Anthologie, in der sich zwei, drei wirkliche Entdeckungen verstecken, und selbst die durchschnittlichen Texte – was ja für eine Anthologie nicht immer selbstverständlich ist – lesbar sind. Das Schöne daran ist, wie sehr die Texte sich fast allesamt von pointenverliebten Lesebühnen- oder Slamtexten unterscheiden, und die eher subtileren, feineren Ecken der Komik ausloten, jeder auf seine Weise: Alle Texte im Exot sind ernst gemeint. Aber sie nehmen sich selbst dabei nicht ernst, sie tappen nicht in die melancholische Ernsthaftigkeitsfalle, in der verkunstete junge Literatur sich gerne mal suhlt. Das macht den Exot zu einem tatsächlichen Exoten, zu einer Anthologie, die sich wirklich lohnt zu lesen: Wer lachen will, kann lachen. Und wer sich anschauen will, wie das geht, etwas ernst zu meinen, aber es nicht ernst zu nehmen, für den ist der Exot ein luftig-lockeres Soufflé von einem Lehrstück.

texttourismus 2

Der zweite Band der Benefiz-Anthologie texttourismus zum Thema "erste Schritte" ist erschienen. Unter den Texten der 40 Autoren (darunter Roger Willemsen, Frank Goosen, Alexa Hennig von Lange, Markus Kavka, Jörg Thadeusz, Axel Hacke, Selim Özdogan, Eva Briegel, Franz Dinda, Jess Jochimsen, Judith Liere, Max Scharnigg, Tino Hanekamp, Mischa-Sarim Vérollet, Elisabeth Rank, Martin »Gotti« Gottschild, Sven van Thom, Benjamin Quabeck, Oliver Uschmann, Dana Bönisch u.a.) ist auch ein kleines Gedicht von L.W.

Noch einmal vielen Dank an die Herausgeber für die großartige Arbeit!