Poetry Slam. Bibliographie

Dringend, so dachte ich, sei es mal wieder Zeit für eine aktuelle Bibliographie (Anthologien, Zeitungsartikel, wissenschaftliche Aufsätze und Monographien; keine Primärarbeiten von Einzelurhebern) zum Thema Poetry Slam und Slam Poetry, die sich gesagt-getan hier als Download für Citavi 3 findet (dort mit Inhaltsverzeichnissen, Abstracts, etwaigen Rezensionsverweisen und brauchbaren Links zum Drauflosforschen).
Zurzeit (07.02.12) sind dort etwa 150 relevante Titel in den mir nachvollziehbaren Sprachen eingepflegt; ich ergänze und räume die Datenbank allerdings in den nächsten Tagen weiter auf.
Solltet jemand die Bibliographie für seine Zwecke in einen aktuelleren, pralleren, fehlerfreieren Zustand pflegen, freue ich mich natürlich über Meldung.

Poetry Slam in Buch & Film

Slam Poetry hat endgültig den Einstieg in den etablierten Buchmarkt geschafft: als Aussage ein performativer Selbstwiderspruch; und trotzdem eine erfreuliche, eine notwendige Mitteilung.
So erscheinen in diesem Jahr die Bücher “Männer-WG mit Trinkzwang” von Karsten Hohage, “Der Klügere gibt Nachhilfe” von Philipp Scharri und “On se left you see se Siegessäule” von Tilman Birr: Pfichtanschaffungen für jeden Freund hochwertigen Bühnenhumors. Ebenfalls vorbestellbar sind Christian Ritters genrereflexive Krimiparodie “Dichter schlachten” und das endgültige Buch zur Kleinkleinstaaterei: “Planet Luxemburg” des geschätzten Kollegen Kirps. Der rührige Lektora-Verlag stellt darüber hinaus ein eigenes Magazin mit Interviews und Hintergrundinformationen zur Verfügung.
Qualitativ ungeschlagen bleiben freilich die Produkte aus dem geschätzten Hause Voland & Quist, so beispielsweise Jaromirs Schwejkiade “Tatar mit Veilchen“; auch ein Blick in den Frühjahrskatalog ist sehr zu empfehlen.
Darüber hinaus erscheint mit “Dichter und Kämpfer” (s.u.) in Kürze der erste deutsche Langfilm über Poetry Slam; Premiere ist am 17. Februar auf der Berlinale.

Britisches Fernseh

Mir ist untergekommen, dass eine Reihe britischer Serien, die ich kenne und schätze, glücklicherweise auch im deutschen Verleih – und damit in deutscher Sprache – zu haben sind. Dem etwas Sprachkundigen rate ich allerdings nach wie vor (auch aus finanziellen Gründen), bei Interesse direkt von der Insel zu bestellen.

Was wir uns kaufen wollen ..

.. sobald es erscheint: Die Taschenbuch-Ausgabe der vollständigen “Mythen des Alltags“; Lisa-Marias Romandebüt “Sommertöchter, später“; Sandro Zanettis “Schreiben als Kulturtechnik“; Daths “Implex” (am besten synoptisch mit Zizeks “Geistern“); Kapielskis “Heizkörperverkleidungen“; Lewitscharoffs Poetikvorlesungen und natürlich Klings “brennendes Archiv“.
Viel Suhrkamp dabei, zum Ausgleich also bitte noch Ella Carinas “Die mit dem Bauch tanzt” vorbestellen (das ganz besonders).

Nachgetragen: Ninas beeindruckendes und jetzt schon preisgekröntes Debüt “Große Ferien” (dessen Entstehung ich teilweise miterleben durfte) und ein neuer Grundlagenband zur Perfomativität von Erika Fischer-Lichte.

Die Kunst der Pointe

Der liebe Kollege Fischer schreibt über die neuen Ausgabe von EXOT und die “Kunst der Pointe“. Wir danken!

Vielmehr ist der Exot ein Buch, eine vollwertige Anthologie, in der sich zwei, drei wirkliche Entdeckungen verstecken, und selbst die durchschnittlichen Texte – was ja für eine Anthologie nicht immer selbstverständlich ist – lesbar sind. Das Schöne daran ist, wie sehr die Texte sich fast allesamt von pointenverliebten Lesebühnen- oder Slamtexten unterscheiden, und die eher subtileren, feineren Ecken der Komik ausloten, jeder auf seine Weise: Alle Texte im Exot sind ernst gemeint. Aber sie nehmen sich selbst dabei nicht ernst, sie tappen nicht in die melancholische Ernsthaftigkeitsfalle, in der verkunstete junge Literatur sich gerne mal suhlt. Das macht den Exot zu einem tatsächlichen Exoten, zu einer Anthologie, die sich wirklich lohnt zu lesen: Wer lachen will, kann lachen. Und wer sich anschauen will, wie das geht, etwas ernst zu meinen, aber es nicht ernst zu nehmen, für den ist der Exot ein luftig-lockeres Soufflé von einem Lehrstück.

texttourismus 2

Der zweite Band der Benefiz-Anthologie texttourismus zum Thema "erste Schritte" ist erschienen. Unter den Texten der 40 Autoren (darunter Roger Willemsen, Frank Goosen, Alexa Hennig von Lange, Markus Kavka, Jörg Thadeusz, Axel Hacke, Selim Özdogan, Eva Briegel, Franz Dinda, Jess Jochimsen, Judith Liere, Max Scharnigg, Tino Hanekamp, Mischa-Sarim Vérollet, Elisabeth Rank, Martin »Gotti« Gottschild, Sven van Thom, Benjamin Quabeck, Oliver Uschmann, Dana Bönisch u.a.) ist auch ein kleines Gedicht von L.W.

Noch einmal vielen Dank an die Herausgeber für die großartige Arbeit!

Die hirnhungrige Hörnchen marschieren:

Unsere Literaturzeitschrift EXOT #12 “Hirnhungrige Hörnchen” (das Cover schuf diesmal der sehr talentierte Leo Riegel) ist erschienen!

Zu den Exotinnen und Exoten dieser Ausgabe gehören die Autoren Eugen Egner, Dietmar Dath, Micha Ebeling, Kirsten Fuchs, Thomas Ligotti, Luise Boege, Ella Carina Werner, Nadja Schlüter, Dan Richter, Lars Weisbrod, Joël László, Ferdinand Scholz, Johanna Maxl, Madame Modeste, Gabriele Busse, Christian Bartel, Daniel Ableev, Andreas Schumacher, Daniel Wüllner, André Schinkel, Johannes Witek, Olaf Guercke, Christian Kreis, Alexander Nitzberg sowie die Herausgeber Anselm Neft, Francis Kirps und moi sowie die Illustratoren, Cartoonisten und Comiczeichner Leonard Riegel, Till Laßmann, Peter Klint, Robin Vehrs, Fräulein Rosi, Michael Zander, Florian France, Fabia Zobel, Marijpol, Anna Sette, Lapinot, Denis Metz und abermals Eugen Egner.

Das aktuelle Inhaltsverzeichnis findet ihr hier. Natürlich kann die #12 auch bestellt werden.

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Außerdem findet am Sonntag, 8. Januar 2012, 20:00 Uhr, im Kölner Klüngelpütz (Gertrudenstraße 24) die große EXOT-#12-Party “HAUS DER HIRNHUNGRIGEN HÖRNCHEN” (hier bei Facebook) statt. Vor dem Bühneneingang warten bislang: Die EXOT-Autoren bzw. -Herausgeber Katinka Buddenkotte, Anselm Neft, Francis Kirps, Lino Wirag, Lars Weisbrod, Olaf Guercke, Ella Carina Werner, Dagmar Schönleber und Wolfgang Lüchtrath.

Wir freuen uns auf euer Kommen!

Weihnachts-DVDs

Wo ich gerade dabei bin, den Wochenstart zu vertrödeln, möchte ich die Gelegenheit nutzen, auf drei hinreißende Serien hinzuweisen, die a) teilweise schon einige Jahre hinter sich haben und daher b) schon bekannt sein könnten; c) aber nichtsdestotrotz auch jetzt noch sehr passable Weihnachtsgeschenke abgeben, wenn man in den nächsten Tagen bestellt: Wer also noch nach dem exzentrischen Etwas sucht, möge mir bitte vertrauen.

Nie einen deutschen Abnehmer fand Peep Show, eine britische Comedyserie mit und von David Mitchell und Robert Webb, die in Großbritannien seit 2003 sehr erfolgreich zu sehen ist. Die Grundkonstellation: Die Freunde Mark (Mitchell) und Jeremy (Webb) leben in einer WG im Londoner Stadtteil Croydon. Mark ist im Finanzgeschäft und scheitert regelmäßig daran, seine Arbeitskollegin Sophie zu umwerben, Jeremy hingegen träumt von einer Musikkarriere, bearbeitet seine Instrumente aber wie ein Achtjähriger: Frauen hat er immerhin, aber nie sehr lange. Bemerkenswert: Die Serie spielt ausgiebig mit der Ich-Perspektive der beiden Protagonisten (daher der Titel der Sendung), deren innere Monologen zu hören sind. Weihnachtshalber empfehle ich entweder die erste DVD zum Einstieg (gebraucht inkl. Versand nach Deutschland ca. 3,50 €) oder gleich alle sieben bisher erschienenen Staffeln (ca. 30,- €).

The League of Gentlemen hingegen sind vier britische Comedians (obwohl der Ausdruck hier nicht haften will), die für die gleichnamige, meisterliche Dark Sitcom (1999-2002) verantwortlich sind, die auch ausgiebig mit Horror-Versatzstücken arbeitet.
Handlungsort ist die fiktive Kleinstadt Royston Vasey irgendwo in Nordengland, die ein Dutzend bizarrer Einwohner beherbergt, die von den vier Darstellern mithilfe vielfacher Masken und Verkleidungen verkörpert werden. Keine Angst: mit Sketchup ist das Ganze glücklicherweise nur entfernt verwandt; eher lassen Ionesco, Artaud und Dürrenmatt grüßen. Die erste Staffel gibt es gebraucht inkl. Versand ins Land schon für 3,- €; für alle drei Staffeln samt Weihnachts-Special sollte man etwa 16,- € berechnen.
Ein Teil der Gentlemen-Crew ist übrigens auch für surreale Darkcom Psychoville (2009-11) verantwortlich, für deren Erwerb ich ebenfalls nur werben kann.